13. Dezember 2018 Luzia, Odilia

„Liebling der Kinder“

Es ist der 6. Dezember, morgens in aller Früh. Draußen ist es noch finster, der Raureif glitzert silbern im kalten Mondlicht. Doch die aufgeregten Kinder hält schon lange nichts mehr in ihren Betten. Sie stürmen ungeduldig vor die Haustür und finden in ihren fein säuberlich aufgereihten Winterstiefeln Mandarinen, Lebkuchen, Walnüsse und andere kleine Geschenke. Die Mädchen und Jungen freuen sich: Der heilige Nikolaus war da!

Foto: metmuseum.org/Bequest of James Clark McGuire, 1930

Eine andere Legende wiederum besagt, dass Nikolaus einem armen Vater zur Aussteuer für seine drei heiratsfähigen Töchter verholfen haben soll. Er warf den Mädchen heimlich durch den Kamin ihres Hauses drei Goldklumpen in die zum Trocknen aufgehängten Strümpfe.

Historiker vermuten, dass die eine oder andere der vielen Nikolauslegenden eigentlich auf dem Leben einer zweiten historischen Person fußt: dem des gleichnamigen Abts von Sion, der im Dezember 564 gestorben ist.

Der heilige Nikolaus ist der beliebteste und populärste Heilige der Adventszeit und überhaupt einer der bekanntesten christlichen Heiligen. Nikolaus lebte und wirkte als Bischof im 4. Jahrhundert in Myra in der heutigen Türkei. Um ihn ranken sich zahlreiche Legenden, völlig sicher wissen wir nur sehr wenig über ihn. In der wohl bekanntesten Überlieferung soll Nikolaus den hungernden Bewohnern von Myra Getreide aus einer für Rom bestimmten Schiffslieferung beschafft haben. Als das Schiff mit dem Getreide später in Rom ankam und die Bestände gezählt wurden, fehlte jedoch kein einziger Getreidesack.