13. Dezember 2018 Luzia, Odilia

Aschermittwoch

"Gedenke, dass du Staub bist"

Ein kleines Kreuz aus Asche bedeutet den Anfang einer ganz besonderen Zeit: Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit und die Vorbereitung auf Ostern. Dieser Tag gilt in der katholischen Kirche als strenger Abstinenz- und Fastentag.

Der Name rührt von einer alten Tradition her: Früher zogen sich manche Menschen zu Beginn der Fastenzeit ein Bußgewand an und wurden als Zeichen ihrer Buße mit Asche bestreut. Im 11. Jahrhundert begann sich dieser Brauch auszubreiten, bis die Aschebestreuung fest zur Liturgie gehörte. Es wird mit den Worten „Gedenk, o Mensch, du bist Staub, und zum Staube kehrst du zurück“ auf die Stirn gezeichnet. Die Asche wurde zuvor mit Weihwasser gesegnet und stammt meist aus der Verbrennung der Palmwedel aus dem Vorjahr. Und warum Asche? Sie erinnert an die Vergänglichkeit des Menschen, der eines Tages „zum Staub“ zurückkehrt. Zum anderen aber wird damit die Fastenzeit als Umkehr und Neubeginn ausgedrückt. Das Alte ist vergangen und vergessen, wir haben wieder Platz und Energie für einen Neuanfang. Dieser Neuanfang wird uns am Ende der Fastenzeit mit der Auferstehung Christi und der Verheißung des ewigen Lebens geschenkt.

Foto: pixabay

Gott selber hat sich Staub auf sein Haupt gestreut, als er Mensch wurde

Die berühmteste Formel an Aschermittwoch lautet: „Gedenke Mensch, dass du Staub bist, und zum Staub zurückkehrst“ (Gen 3,19) Sie klingt nicht sehr schmeichelhaft für uns. Doch der berühmte Theologe Karl Rahner SJ hat ein sehr interessanten Denkweg dazu gefunden: Staub ist Zeichen für die Vergänglichkeit und Sterblichkeit des Menschen. Zeichen für seine Gewöhnlichkeit. Rahner bemerkt nun, dass die Begriffe "Fleisch" und "Staub" in einem engen inneren Zusammenhang stehen. Und was steht im Evangelium? Das Wort ist Fleisch geworden, Gott ist Fleisch geworden. So verhält es sich auch mit dem Staub. Gott selber hat sich Staub auf sein Haupt gestreut, als er Mensch wurde. Er hat sich für uns erniedrigt, um letztlich diesen Staub zu einem Wendepunkt der Geschichte zu machen. Das bedeutet: Am Aschermittwoch vollziehen wir durch den Brauch des Aschen-oder Staubkreuzes die Erinnerung an Jesu Weg deutlich nach. Wir zeigen damit, dass die letzte Etappe dorthin angebrochen ist – und damit der Aschermittwoch der Beginn des Weges zum ewigen Leben. Indem wir also Staub werden, können wir in und durch Christus zum ewigen Leben gelangen.

Simon Biallowons

Der Aschermittwoch bildet das Ende der Faschingszeit und den Auftakt der Fastenzeit. Damit vollzieht sich das, was uns das Alte Testament im Buch Kohelet sagt: Es gibt "eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz." (Koh 3,4). Das bedeutet nicht, dass die Fastenzeit des Weinens sein soll. Aber doch, dass Lachen und Tanz vorerst nicht das primäre Merkmal dieser Zeit sind. Es soll ein gewisser Ernst herrschen – deutlich wird das am Aschermittwoch.