22. Oktober 2019 Kordula, Salome

Marienmonat Mai

Maria Himmelskönigin

Der Himmel strahlt, die Blumen blĂŒhen in prĂ€chtigen Farben. Im Wonnemonat Mai wird seit Jahrhunderten Maria als Himmelskönigin verehrt.

Gebete vor dem Maialtar

Seit dem fĂŒnften Jahrhundert hat sich unter einfachen GlĂ€ubigen eine reiche Marienfrömmigkeit entwickelt. Zu Hause vor einem Maialtar, aber auch in der Kirche feiern sie mit Liedern und Gebeten einen Gottesdienst, ohne dass ein Priester dabei sein muss. In dieser Tradition lebt eine Volksfrömmigkeit fort, die in Maria selbst ein Vorbild hat.

Das junge MĂ€dchen Maria lĂ€sst sich auf die AnkĂŒndigung eines Engels ein. Dieser grĂŒĂŸt sie mit den Worten „GegrĂŒĂŸet seist du, Maria, voll der Gnade.“ So beginnt das wohl am hĂ€ufigsten gesprochene Gebet der Katholiken. Maria bringt den Sohn Gottes zur Welt. So wird sie zur Mutter Gottes.

Foto: Schwarze

Maria als FĂŒrsprecherin

Maria glaubt, dass Gott stets den einfachen Menschen nahe ist. Auch daran knĂŒpft die marianische Volksfrömmigkeit an. Die Menschen spĂŒren, dass Maria eine von ihnen ist. Gott hat sie, ein einfaches MĂ€dchen, zur Mutter seines Sohnes gemacht. „Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.“ Und dieser Gott „stĂŒrzt die MĂ€chtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.“ Das singt Maria im Magnifikat (Lk 1,46–55), dem Lobgesang, der in jeder Vesper und in vielen Marienandachten gesungen oder gebetet wird. Ein starkes Bekenntnis einer ansonsten stillen Frau. Niemand kommt Gott so nahe wie Maria. Sie kann bei ihm fĂŒr die Menschen FĂŒrsprecherin sein und wird damit zur Schutz­patronin der GlĂ€ubigen. In ­diesem Sinne erweist sie sich als den Menschen und Gott gleichermaßen nahe.

Maria ist nicht nur Mutter Gottes, sondern auch Mutter der GlĂ€ubigen, die sich unter ihren Schutz stellen: „Maria breit den Mantel aus, mach Schutz und Schirm fĂŒr uns daraus.“ So begegnen sich in der Verehrung Marias auf wunderbare Weise hohe Theologie und innige Volksfrömmigkeit. Das einfache MĂ€dchen wird zur Gottesmutter, zur Himmelskönigin und zur Königin der Herzen vieler GlĂ€ubigen, die einen Gott suchen, der ihnen so nahe ist, wie sie sich der jungen Frau aus dem Volk fĂŒhlen.

Der Mai ist in der katho­lischen Kirche der traditionelle Marienmonat. Er knĂŒpft an BrĂ€uche an, die das AufblĂŒhen der Natur feiern. Liebevoll werden Marienstatuen und -bilder mit ĂŒppigen Blumen geschmĂŒckt. An den Abenden im Mai versammeln sich meist Frauen zu Marienandachten in ihren Gemeinden. Sie wollen Maria, der Himmelskönigin, huldigen, die „der Mai begrĂŒĂŸen will“, wie es das bekannte Kirchenlied besingt. Die Gottesdienste sind geprĂ€gt von einem reichen Schatz an Liedern und Gebeten. In ihnen wird die ­Muttergottes immer wieder mit neuen Namen angerufen und um ihre FĂŒrbitte gebeten.