13. Juli 2020 Heinrich II. , Kunigunde

Johannes [Hebr.: »Jahwe ist gnädig«]

Hl., Sohn des Zebedäus und der Salome, Bruder des älteren Jakobus, war zuerst Jünger des Täufers Johannes. Die Zebedäussöhne waren am See Gennesaret von Jesus zu Jüngern berufen worden und genossen mit Simon Petrus eine Vorrangstellung. Sie durften bei der Verklärung und im Garten Getsemani anwesend sein. Johannes war der Jünger, den Jesus liebte und dem er unter dem Kreuz seine Mutter anvertraute. Später war Johannes eine der Säulen der Gemeinde von Jerusalem und Samaria. Nach alter Überlieferung hat Johannes später in Ephesus gewirkt. Unter Domitian wurde er auf die Insel Patmos verbannt, wo er die Geheime Offenbarung schrieb. Als er nach Ephesus zurückgekehrt war, verfasste er dort das vierte Evangelium und die Johannesbriefe. In Ephesus ist er dann auch in hohem Greisenalter um das Jahr 100/101 gestorben. – Das älteste Zeugnis für seine Verehrung bildet um 200 die Johanneskirche mit seinem Grab in Ephesus. In Rom wurde unter Papst Hadrian I. (772–795) die Kirche des hl. Johannes vor dem Lateinischen Tor eingeweiht. – Neuere Exegeten unterscheiden zwischen dem Lieblingsjünger Johannes, dem Apostel Johannes, dem Evangelisten Johannes und dem Verfasser der Geheimen Offenbarung. Dargestellt als Jüngling oder Greis mit Ölkessel, Kelch mit Schlange oder mit Buch, Schreibfeder und Adler. – Patron der Bildhauer, Maler, Buchdrucker, Buchbinder, Schriftsteller, Schreiber, Beamten, Notare, Theologen, Papierfabrikanten, Graveure, Glaser, Spiegelmacher, Metzger, Korbmacher, Kerzenfabrikanten, Sattler, Winzer; der Freundschaft; bei Brandwunden; gegen Hagel, Vergiftung; für gute Ernte. – Am Festtag Segnung des Weines (Johannesminne).

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg