22. Juni 2017 Thomas Morus

Anselm [Germ./Ahdt.: »der von Gott Beschützte«] OSB

Hl., geb. 1033/34 in Aosta/Piemont aus lombardischem Adel, lebte seit 1060 als Mönch im Kloster Bec, das er seit 1078 als Abt leitete. Seine Bemühungen, die Mönche zu einem höheren geistigen Leben zu führen, waren weit über sein Kloster hinaus von Erfolg gekrönt. 1093 zum Erzbischof von Canterbury erhoben, zeigte sich Anselm als unentwegter Verteidiger der Freiheit der Kirche gegenüber dem englischen Königtum. Im Sinne der gregorianischen Reform lehnte er Laieninvestitur und Lehenseid der Bischöfe ab. Dafür musste Anselm zweimal in die Verbannung gehen. Der Kompromiss von Bec 1106 brachte eine Verständigung zwischen dem Erzbischof und dem König. Als philosophisch-theologischer Schriftsteller hatte Anselm großen Einfluss auf die mittelalterliche Gotteslehre, und er wird mit Recht der Vater der Scholastik genannt. Anselm starb am 21. April 1109 und wurde in der Kathedrale von Canterbury begraben. – 1720 wurde er zum Kirchenlehrer erhoben. Dargestellt in bischöflichen Gewändern mit Buch, Schiff.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg