22. Oktober 2019 Kordula, Salome

Gunther [Ahdt.: »Kampf« u. »Heer«] OSB

Sel., entstammte wahrscheinlich dem thüringischen Grafenhaus der Schwarzburger und war mit Kaiser Heinrich II. verwandt. Von der monastischen Begeisterung der Jahrtausendwende ergriffen, wandte Gunther sich an den hl. Godehard, um Mönch in Hersfeld zu werden. Nach einer Romwallfahrt gewährte Godehard die Bitte. Doch bald wollte Gunther die Leitung des Familienklosters Göllingen an der Wipper übernehmen. Von hier kehrte er enttäuscht zu Godehard nach Niederaltaich zurück und begab sich von dort ins böhmisch-bayrische Grenzgebirge, wo er mit einigen Gefährten in Rinchnach ein Einsiedlerleben führte. Die Einsiedler führten zur Erschließung des Rachelgebietes Straßenbauarbeiten aus. Gunther vermittelte auch in Streitigkeiten zwischen Bayern und Böhmen. Im hohen Alter zog sich Gunther in eine noch wildere Einsamkeit zurück und starb am 9. Oktober 1045 in der Nähe von Hartmanitz. – Herzog Bretislav von Böhmen ließ ihn in der Abtei Brevnov bei Prag beisetzen. Bei der Zerstörung des Klosters 1420 durch die Hussiten wurden die Gebeine vernichtet. Dargestellt im Mönchshabit oder Einsiedlerkleid, oft mit Engel, der ihm die hl. Kommunion bringt.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg