08. April 2020 Walter, Beate

Elisabeth [Hebr.: »Gott hat geschworen« od. »Gott ist vollkommen«]

Hl., geb. 1207 als Tochter des Königs Andreas II. von Ungarn und seiner Gemahlin Gertrud von Andechs, wurde im Alter von 1 Jahr mit dem späteren Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen verlobt und 1211 nach Thüringen gebracht, wo sie von der frommen Landgräfin Sophie erzogen wurde. 1221 heiratete Elisabeth Ludwig und schenkte mit ihm in glücklicher Ehe drei Kindern das Leben: dem späteren Landgrafen Hermann, Sophie, die Herzogin von Brabant wurde, und Gertrud, später Meisterin von Altenberg. Als Ludwig beim Kreuzzug Kaiser Friedrichs II. am 11. Juli 1227 in Italien gestorben war, wurde Elisabeth von ihrem Schwager Heinrich Raspe ihres Wittums beraubt, musste die Wartburg verlassen und geriet in größte Not. Ihre Verwandten und ihr Beichtvater Konrad von Marburg zwangen Heinrich, Elisabeth eine Abfindung zu geben. Mit diesen Gütern gründete sie ein Spital in Marburg, wo sie die Armen und Kranken pflegte. 1228 legte Elisabeth das Gelübde der Armut und Weltentsagung ab und wurde »Franziskaner-Terziarin«. Ganz erfüllt vom Geist des hl. Franziskus wollte sie in der Nachfolge Christi leben und auch sein Leiden und Kreuz auf sich nehmen. Unter tiefer Selbsterniedrigung lebte sie den Werken der Buße und der Nächstenliebe. Am 17. November 1231 gestorben, wurde sie am 19. desselben Monats in der Kapelle des Franziskushospitals beigesetzt und bereits am 27. Mai 1235 heilig gesprochen. – Zur gleichen Zeit wurde mit dem Bau der Elisabethkirche begonnen, wohin später ihre Gebeine in einen kostbaren Schrein übertragen wurden. Landgraf Philipp von Hessen entnahm 1539 die Reliquien, um ihre Verehrung zu beenden. Seit dieser Zeit ist der Großteil der Reliquien verschollen. Das Haupt Elisabeths wird in der Klosterkirche St.-Elisabeth inWien, Landstraßer Hauptstraße, verehrt. Nach der Erhebung der Gebeine Elisabeths wurde eine Reliquie dem Kloster Altenberg bei Wetzlar gegeben, wo ihre jüngste Tochter Gertrud erzogen wurde. Seit der Säkularisation wird diese Reliquie in der jetzigen Pfarrkirche von Sayn aufbewahrt. Andere Reliquien kamen 1270 in den Dom von Halberstadt. Eine kleine Reliquie befindet sich im Dom von Udine. Der Überlieferung nach befinden sich Teile ihres Brautkleides, ein Brustkreuz und eine Pax-Tafel im Heiligtumschatz von Kloster Andechs. Dargestellt als junge Frau in fürstlichen Gewändern oder in schlichter Kleidung, Armen die Füße waschend oder Almosen spendend, mit Korb voller Rosen, Weinkrug, Kirchenmodell. – Patronin von Thüringen und Hessen, des Deutschen Ordens, der Caritasvereinigungen; der Bäcker, Spitzenmacherinnen, Witwen, Waisen, unschuldig Verfolgter, Bettler, aller Notleidenden.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg