08. April 2020 Walter, Beate

Margareta

Margareta [Griech.: »Perle«]

Hl., geb. um 1046 in Reska/Ungarn, war die Tochter des aus England verbannten Eduard Atheling und der ungarischen Prinzessin Agatha. 1057–1566 lebte Margarete in England am Hof ihres Großonkels Eduard des Bekenners. Nach der Schlacht von Hastings 1066 floh sie nach Schottland und vermählte sich dort um 1070 mit König Malcolm III. Hier war sie für die Reform der schottischen Kirche tätig, bemühte sich um Erziehung und Unterricht und zeigte sich als große Wohltäterin der Armen. Sie war das Vorbild einer Familien- und Landesmutter. Am 16. November 1093 starb sie in Edinburgh. Dargestellt in königlichen Gewändern mit Krone zu Füßen oder in Nonnentracht, umgeben von Armen und Kranken.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Walter

Waltger [Walter]

[Ahdt.: »der Herrschende«], Sel., sächsischer Edeling, gründete wahrscheinlich in Müdehorst im 9. Jh. ein Frauenstift und wurde dort bestattet. Um 900 wurde das Stift Müdehorst mit dem Stift Herford vereinigt. Waltgers Gebeine wurden nach Herford überführt, wo er später als Mitbegründer verehrt wurde. Dargestellt in gräflicher Kleidung mit Kirchenmodell, Ähren, Weintraube; mit Vogel, der ihm einen Fisch bringt.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Albert der Große

Albert [Ahdt.: »von glänzender Abstammung«] der Große OP

Hl., geb. um 1200 in Lauingen, aus ritterlichem Geschlecht, trat 1223 in den »Dominikanerorden« ein und lehrte nach Vollendung seiner Studien an verschiedenen Schulen seines Ordens. Nach einem Aufenthalt an der theologischen Fakultät in Paris seit etwa 1243/44 wurde Albert 1248 an das neu gegründete Generalstudium des Ordens in Köln berufen, wo Thomas von Aquin sein Schüler war. 1254–1257 war Albert Provinzial der deutschen Ordensprovinz, 1257 wurde er Lesemeister in Köln und 1260 auf Geheiß des Papstes Bischof von Regensburg. 1262 resignierte er als Bischof, betätigte sich 1263–1263 im Auftrag Papst Urbans IV. in Deutschland und Böhmen als Kreuzzugsprediger und kehrte dann nach Aufenthalten in Würzburg und Straßburg 1270 nach Köln zurück. Albert besaß umfassende philosophische sowie naturwissenschaftliche Kenntnisse, die er mit einem klaren Denken und eigener Beobachtung verband. Die Einführung aristotelischen Gedankengutes in die mittelalterliche Philosophie ist entscheidend sein Werk. Die Aufnahme neuplatonischen Gedankengutes in seine wissenschaftliche Darlegung ließ ihn auch die Mystik seit Meister Eckhart beeinflussen. Sein Ansehen in Köln war so groß, dass er mehrmals zum Friedensstifter in Streitigkeiten zwischen Staat und Erzbischof erwählt wurde. Seine Schiedssprüche, wenn sie auch sorgfältig die Rechte und Privilegien der Parteien abwogen, zeigten aber deutlich, dass er im Grun

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Leopold III.

Leopold III. [Ahdt.: »der Kühne im Volk«]

Hl., Markgraf von Österreich, geb. um 1075 in Gars am Kamp, von Bischof Altmann von Passau erzogen, gelangte 1095 zur Regierung. Durch die Wirren des Investiturstreites zwischen Kaiser und Papst lenkte er klug und geschickt sein Land. Aus der Ehe mit der Kaisertochter Agnes stammten die späteren Bischöfe Otto von Freising und Konrad II. von Salzburg. Leopolds persönliche Frömmigkeit fand ihren Niederschlag in seiner Sorge für Klöster und Stifte. Das Stift Melk unterstellte er 1110 dem Papst. In seiner Residenz Klosterneuburg erbaute er um 1108 eine Kirche; die dortigen Stiftsherren ersetzte er 1133 durch »Augustiner-Chorherren«. 1133 gründete er die Abtei Heiligenkreuz, für die er die »Zisterzienser« aus Morimond berief. Um 1136 war er zudem wesentlich an der Errichtung der Benediktiner-Abtei Klein-Mariazell beteiligt. Leopold wurde am 15. November 1136 auf der Jagd vom Tod ereilt und fand sein Grab in der Krypta von Klosterneuburg. Dargestellt in fürstlicher Kleidung mit Markgrafenhut, Fahnen, Kirchenmodell, Holunderstrauch mit Schleier. – Patron Österreichs.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Alberich

Alberich OSB

Hl., Prior des Martins-Klosters in Utrecht, war Neffe von Bischof Gregor, der das Bistum Utrecht leitete. Nach Gregors Tod wurde Alberich Bischof von Utrecht. Die Bischofsweihe empfing er 780 in Köln. Mit Alkuin und Liudger war Alberich in Freundschaft verbunden. Besonders der Friesenmission galt Alberichs Bemühen. Doch ereilte ihn bereits am 14. November 784 der Tod. Er wurde in Susteren, einer Stiftung seiner Familie, bestattet, wo bald seine Verehrung einsetzte. Dargestellt in bischöflichem Ornat.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Bernhard Letterhaus

Bernhard [Ahdt.: »der Bärenharte«] Letterhaus

geb. am 10. Juli 1894 in Barmen, seit 1920 in der christlichen Gewerkschaft tätig, 1927 Verbandssekretär der »Katholischen Arbeitervereine Westdeutschlands«; er wurde 1928 Zentrumsabgeordneter im Preußischen Landtag. Seit 1933 bemühte er sich, den Katholischen Arbeiterverein zu einem geistigen Bollwerk gegen die nationalsozialistische Weltanschauung zu formen. Seit 1942 wirkte er in der Presseabteilung des Oberkommandos der Wehrmacht. In derWiderstandsbewegung gegen Hitler war er an führender Stelle tätig. Am 20. Juli 1944 verhaftet, wurde er am 13. November 1944 zum Tod verurteilt und am folgenden Tag in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Stanislaus Kostka

Stanislaus [Poln.: »durch Standhaftigkeit berühmt«] Kostka SJ

Hl., geb. am 28. Oktober 1550 in Rostkow/Polen, entstammte einem polnischen Adelsgeschlecht. 1564–1567 studierte er in Wien. Um in die »Gesellschaft Jesu« eintreten zu können, floh er nach Augsburg und Dillingen, von wo ihn Petrus Kanisius weiter nach Rom schickte. Dort wurde Stanislaus im Oktober 1567 als Novize von den Jesuiten aufgenommen. Hier gewannen ihm seine Frömmigkeit, besonders seine Liebe zur Gottesmutter sowie sein heiteres Wesen viele Herzen. Doch die Flucht hatte seine Körperkräfte so geschwächt, dass er am 15. August 1568 einem Wechselfieber erlag. Er wurde in Rom in der Kirche S. Andrea sul Quirinale bestattet. Dargestellt im Knabengewand oder im Jesuitenkleid mit Lilie, Jesuskind, Wanderstab. – Patron Polens, der studierenden Jugend; bei inneren Glaubenskämpfen, Fieber, Augenleiden, Gliederbrüchen, Herzklopfen, schwerer Krankheit; der Sterbenden.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Kunibert

Kunibert [Ahdt.: »der in der Sippe Berühmte«]

Hl., entstammte moselländischem Adel. Er wurde Archidiakon in Trier und wahrscheinlich 623 Bischof von Köln. Nach den Wirren der Völkerwanderungszeit baute er sein Bistum neu auf, erwies sich als Wohltäter von Kirchen und Klöstern und rief karitative Vereinigungen ins Leben, um die Not zu lindern. Den Merowingerkönigen Dagobert I. und Sigibert III. sowie dem Hausmeier Pippin dem Älteren war er ein einflussreicher Ratgeber. Kunibert starb am 12. November um 663 und wurde bestattet in der vielleicht von ihm erbauten St.-Klemens-Kirche, die später nach ihm St.-Kunibert-Kirche genannt wurde. Sein Kult ist seit dem Anfang des 9. Jhs. nachweisbar. Dargestellt in bischöflichen Gewändern mit Buch, Kirchenmodell und Taube.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Martin von Tours

Martin [Lat.: »der dem Mars Geweihte«]

Hl., wurde um 316/317 als Sohn eines römischen Tribunen in Sabaria/Pannonien geboren. Mit 15 Jahren wurde er zum Heeresdienst in der berittenen kaiserlichen Garde eingezogen. In den ersten Soldatenjahren teilte Martin am Stadttor von Amiens mit einem frierenden Bettler seinen Mantel. Im Alter von 18 Jahren empfing Martin die Taufe. Nachdem er die Armee verlassen hatte, wurde er Schüler des Hilarius von Poitiers. Nach dessen Verbannung 356 ging Martin wieder nach Pannonien, um seine Eltern zu bekehren. Von den dortigen Arianern vertrieben, zog er sich auf eine Insel bei Genua als Einsiedler zurück. Um 360 begab er sich zu dem heimkehrenden Hilarius und gründete 361 in Ligugé das erste Kloster Galliens. 371 wählten Klerus und Volk von Tours Martin zu ihrem Bischof. In der Nähe von Tours gründete Martin 375 das Kloster Marmoutier, das ein Mittelpunkt asketischen Lebens und eine Schule für hervorragende Bischöfe wurde. Unter der zahlreichen, noch heidnischen Bevölkerung in den ländlichen Gebieten Mittelgalliens verkündete Martin das Evangelium. Seine Berühmtheit als Wundertäter, sein strenges, asketisches Leben und sein Gerechtigkeitssinn für die Not des armen Volkes ließen ihm im weithin verweltlichten Episkopat und Klerus Galliens zahlreiche Gegner erwachsen. Als er auf einer Seelsorgereise in Candes am 8. November 397 starb, kamen zu seinem Begräbnis in Tours Tausende von Mönchen und gottgeweihten Jungfrauen sowie eine große Volksmenge zusammen. Martins Bedeutung liegt darin, dass er das Ideal des asketischen Mönchtums mit dem Apostolat verband und damit die Grundlage für das abendländische Mönchtum schuf. – Über Martins Grab erhob sich später eine große Basilika, bei der die Abtei St.-Martin entstand. Chlodwig (466–511) erwählte Martin zum Schutzherrn des Franken. Martins Mantel wurde eine Reichsreliquie, die die fränkischen Könige auf ihren Heerzügen begleitete. Seine letzte Ruhestätte war bis ins späte Mittelalter Ziel zahlreicher Pilgerfahrten. Dargestellt als Reitersoldat zu Pferd, der seinen Mantel mit einem Bettler teilt, oder in bischöflichen Gewändern, umgeben von Armen. – Patron der Bistümer Mainz und Rottenburg-Stuttgart; des Burgenlandes; der Reisenden, Armen, Bettler, Flüchtlinge, Gefangenen, Hirten, Soldaten, Reiter, Gerber, Weber, Groß-, Leder- und Tuchhändler, Schneider, Müller, Bürstenbinder, Böttcher, Gastwirte, Hutmacher, Ausrufer, Abstinenzler, der Haustiere, Pferde, Gänse; gegen Blähungen, Ausschlag, Blattern, Schlangenbiss, Rotlauf; für Fruchtbarkeit der Felder. – Reiches Brauchtum: Martins-Gans und -Minne, -Feuer, -Brezel, -Umzüge.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Leo der Große

Leo [Lat.: »Löwe«] der Große

Hl., geb. in Tuskien, bestieg 440 den Stuhl Petri und zeigte sich als entschlossener Hüter des wahren Glaubens gegen die Irrlehren und als energischer Vorkämpfer für die Rechte des Papsttums. Er ordnete die kirchlichen Verhältnisse in Gallien, Nordafrika und Illyrien. Durch persönlichen Einsatz bewahrte er Rom 452 vor den Hunnen Attilas. Auch von Geiserich erwirkte er die Schonung Roms von Brand und Mord, wenn er auch 455 eine vierzehntägige Plünderung Roms hinnehmen musste. Die von ihm überlieferten Predigten und Briefe zeichneten sich durch klaren Gedankengang und brillante Ausdrucksweise aus. Leo starb am 10. November 461 in Rom. – 1754 wurde er zum Kirchenlehrer erhoben. Dargestellt in päpstlichemOrnat mit Tiara, Evangelienbuch, Drachen. – Patron der Sänger, Musiker, Organisten.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Johannes Skotus

Johannes [Hebr.: »Jahwe ist gnädig«] Skotus

Hl., ein Priester aus Irland, der zuerst in Island als Glaubensbote tätig war. Schon in höherem Alter wurde er von Erzbischof Adalbert von Bremen-Hamburg nach 1055 zum Bischof von Mecklenburg geweiht. Beim Slawenaufstand wurden ihm am 10. November 1066 Hände und Füße abgeschlagen und sein Haupt dem Götzen Redigast in Rethra am Tollensee geopfert.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Roland

Roland [Rodland]

[Germ.: »berühmt« u. »wagemutig«] OSB, Sel., Mönch in Elno, wurde 1069 Abt des wieder besiedelten Benediktiner-Klosters Hasnon in Flandern. Er starb der Überlieferung nach am 9. November 1084. Hundert Jahre nach seinem Tod wurde sein Leib erhalten aufgefunden. Dargestellt im Gewand eines Benediktinerabtes, im Gebet versunken.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Gottfried

Gottfried [Ahdt.: »Gottesfriede, -schutz«]

OSB, Hl., wurde um 1065/1066 im Raum von Soissons geboren und erhielt seine Bildung im Kloster Mont-St.-Quentin bei Péronne. Im Alter von 25 Jahren empfing er die Priesterweihe und wurde 1091 Abt in Nogent-sous-Coucy, das er vollständig erneuerte. 1104 wurde er gegen seinen Willen zum Bischof von Amiens berufen. Hier zeigte er sich von äußerster Güte und Mildtätigkeit gegenüber Armen, Kranken und Bedrängten. In den Auseinandersetzungen zwischen den Bürgern und dem königlichen Vogt stand er auf der Seite der Bürger, musste aber 1114 in die Große Kartause fliehen. Bald darauf wurde er zwar zurückberufen, doch wurde seine Liebe mit Undank belohnt. Am 8. November 1115 starb Gottfried in Soissons, wo er im Chor der Abteikirche bestattet wurde. – Am 4. April 1138 wurden seine Gebeine erhoben und in einem Schrein vor dem Hochaltar beigesetzt. Dargestellt in bischöflichem Ornat mit einem Hund.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Gregor

Gregor [Lat.: »der Wachsame«] OSB

Sel., geborener Angelsachse, wurde 949 Mönch und 964 Abt des Klosters Einsiedeln, dessen Besitz er dank seiner guten Verbindungen zu den Ottonen mehrte. Die von ihm aufgezeichneten Gewohnheiten des Klosters Einsiedeln wurden durch seinen Schüler Wolfgang in Regensburg bekannt und waren von großem Einfluss auf die süddeutschen Klöster. Gregor starb am 8. November 996. – Seine Gebeine wurden 1522 von den Zwinglianern aus dem Schrein entfernt. Einige 1609 wieder aufgefundene Reliquien wurden 1798 von französischen Soldaten in alle Winde verstreut.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Willibrord

Willibrord OSB

Hl., geb. 658 in Northumberland/Nordengland, war in Ripon Schüler Wilfrids, seit 678 Mönch im irischen Kloster Rathmelsigi unter Abt Egbert, der ihn 690 mit Swidbert nach Friesland sandte. Willibrord ließ sich von dem fränkischen Hausmeier Pippin ein Missionsgebiet zuweisen und holte sich von Papst Sergius I. die Vollmacht zur Glaubensverkündigung. 695 sandte ihn Pippin erneut nach Rom, wo der Papst Willibrord am 21. November zum Erzbischof der Friesen weihte und ihm den Namens Clemens gab. Willibrord errichtete in Utrecht seine Bischofskirche. Um 700 gründete er mit Hilfe des fränkischen Adels das Kloster Echternach als Basis für die Mission. Mit dem Tod Pippins 714 brach mit der fränkischen Herrschaft auch die Mission in Friesland zusammen und konnte erst seit 719 wieder aufgenommen werden. Willibrord starb am 7. November 739 wohl in Echternach, wo er auch begraben wurde. Dargestellt in Pontifikalkleidung mit Stab, Buch und Kirchenmodell, bisweilen mit Knaben an der Hand. – Patron der Kirchenprovinz Utrecht; von Luxemburg; bei Epilepsie, Zuckungen (Willibrordi-Brunnen).

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Engelbert I.

Engelbert I. [Ahdt.: »berühmt wie die Angeln«, die ursprünglich an der Bucht von Schleswig wohnten],

Hl., geb. um 1185 als Sohn des Grafen Engelbert von Berg, wurde 1199 zum Dompropst in Köln gewählt, folgte im Thronstreit zwischen Philipp von Schwaben und Otto IV. der treulosen Politik seinesVettersAdolf von Altena, wurde exkommuniziert und abgesetzt, unterwarf sich 1208 dem Papst und kämpfte zur Buße 1212 gegen die Albigenser. Dann ergriff er Partei für Friedrich II. und wurde 1216 einstimmig zum Erzbischof von Köln gewählt. Nun suchte Engelbert die Verheerungen der langen Kriegsjahre zu beheben. Er versuchte, aus dem Gebiet des Kölner Erzstiftes, aus der Grafschaft Berg, die er seit dem Tod seines Bruders 1218 verwaltete, und seinen herzoglichen Rechten in Niederlothringen und Westfalen ein starkes Territorium zu errichten. Friedrich II. ernannte ihn zum Reichsverweser und zum Vormund seines Sohnes Heinrich, den Engelbert 1222 in Aachen zum König krönte. Engelbert war auf Bewahrung des Landesfriedens sowie auf den Schutz der Klöster vor den Bedrückungen der adeligen Vögte bedacht. Sein Vettersohn Friedrich von Isenburg, Vogt des Stiftes Essen, wollte den Erzbischof gefangen nehmen. Er überfiel ihn am 7. November 1225 bei Gevelsberg. Als Engelbert sich zur Wehr setzte, wurde er erschlagen. 1226 wurde er feierlich im Dom beigesetzt und vom Kardinallegaten Konrad von Porto zum Märtyrer erklärt. – Seine Gebeine ruhen heute in einem prachtvollen Barock

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Ernst

Ernst [Ahdt.: »Beharrlichkeit«] OSB

Hl., nach der Überlieferung ein Edler von Steußlingen, wurde 1141 Abt von Zwiefalten. 1146 legte er sein Amt nieder und nahm im Gefolge des Bischofs Otto von Freising am zweiten Kreuzzug teil. Dabei erlitt er den Tod. Nach der Leidensgeschichte aus dem Ende des 12. Jh. wurde er von den Sarazenen in Mekka grausam ermordet. Dargestellt in Abtskleidung mit Haspel und Wind.

 

 

 

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3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Karina

Karina [Griech.: »die allzeit Reine«]

Hl., starb wohl zur Zeit Kaiser Julians des Abtrünnigen als Märtyrin in Angora/Türkei Mitte des 4. Jhs.

 

 

 

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3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Leonhard

Leonhard [Ahdt.: »der Löwen-Starke«]

Sel., war Einsiedler, der wahrscheinlich im 6. Jh. in Noblac im Bistum Limoges/Frankreich eine Zelle gründete. Nach der legendarischen Lebensbeschreibung aus dem 11. Jh. stammte er aus fränkischem Adel, war Schüler des Remigius von Reims, gründete das Kloster St.-Léonard-de-Noblac und nahm sich besonders der Gefangenen an. – Seine Gebeine wurden im 11. Jh. erhoben. Seine Verehrung ist in Deutschland, Österreich, Frankreich, England und Italien verbreitet. Leonhard gilt besonders als Patron für alle Anliegen der Bauern. Ihm geweihte Kirchen sind vielfach mit Ketten umspannt. Dargestellt in Abtskleidung mit Stab und Buch, mit Gefangenenfessel, Fußblock, Ketten, Stallvieh. – Patron der Bauern, Ställe, Stallknechte, Fuhrleute, Schmiede, Schlosser, Lastenträger, Kohlenschlepper, Böttcher, Butter- und Obsthändler, Gefangenen, Bergleute, Pferde, des Viehs; für glückliche Entbindung, gegen Geistesund Geschlechtskrankheiten, Kopfschmerzen, Siechtum.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg

Rudolf von Paderborn

Rudolf [Rotho]

[Germ.: »berühmter Wolf«] OSB, Sel., stammte nach der Überlieferung aus dem Geschlecht der Edelherren von Büren. Er wurde Mönch in Stablo. Von hier sandte Abt Poppo ihn als Abt nach Hersfeld, um dort die Einigkeit unter den Mönchen wieder herzustellen. Kaiser Konrad II. berief 1036 Rudolf als Nachfolger Meinwerks zum Bischof von Paderborn. Auf einer Italienfahrt weihte Rudolf die Kirche des von Johannes Gualbertus gegründeten Klosters Vallombrosa. Er starb am 6. November 1052 und wurde in seiner Domkirche beigesetzt. – Später wurden seine Gebeine in den Ostchor übertragen und ihm im 14. Jh. ein prachtvolles gotisches Hochgrab errichtet. Dargestellt in bischöflichem Ornat.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg